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Herausforderung als Heim, unseren älteren Bewohnern und Bewohnerinnen gerecht zu werden

Altern von Menschen mit geistiger Behinderung. In der Fachwelt ist man sich darin einig, dass es nicht möglich ist, den Altersbeginn für alle Menschen mit geistiger Behinderung an einem bestimmten Lebensjahr festzumachen. Zum einen kann dies darauf zurückgeführt werden, dass der Alterungsprozess, der in der Normalbevölkerung an sich schon sehr variabel ist, sich bei Menschen mit geistiger Behinderung aufgrund der unterschiedlichen Arten und Ursachen der Behinderung noch vielfältiger zeigt. Doch nicht erst im höheren Erwachsenenalter, sondern bereits in jüngeren Jahren stellen Menschen mit geistiger Behinderung eine überaus heterogene Personengruppe dar. Eigene Beobachtungen und Erfahrungen können diese Einschätzung durchaus bestätigen.

Angebote für ältere Menschen mit geistiger- und/oder körperlicher Behinderung wie auch eine optimale Wohnsituation ist deshalb so wichtig, weil mit dem Älterwerden und dem damit einher gehenden Eintritt in den Ruhestand das Zuhause zunehmend an Bedeutung gewinnt. Aspekte der Wohnumgebung, wie z.B. die Gestaltung und Ausstattung der Räumlichkeiten, Beschäftigungs- oder Unterstützungsangebote sowie der Umgang der MitarbeiterInnen mit den BewohnerInnen, hängen in hohem Maße mit dem Wohlbefinden und der Lebenssituation der älteren Menschen mit geistiger- und /oder körperlicher Behinderung zusammen.

Insbesondere die Beschäftigungs- und Unterstützungsangebote, die von den älteren aber auch pflegebedürftigen BewohnerInnen ausgewählt und nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gestaltet werden können, spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Die gewohnten Lebensumstände alter oder älter werdender Menschen mit geistiger Behinderung sollte auch bei altersbedingten Veränderungen so weit wie möglich erhalten bleiben. Es ist daher notwendig, Angebote zu haben, die den sich verändernden Bedürfnissen alter und älter werdenden Menschen mit geistiger- oder körperlicher Behinderung angemessen sind. Gerade die tagesstrukturierenden Angebote in unserem Wohnheim oder auch Angebote, die außerhalb der Wohnumgebung stattfinden, sind uns daher sehr wichtig, da sonst für viele BewohnerInnen der Alltag im Ruhestand eine relativ unstrukturierte Zeit bedeuten kann.

Die folgenden grundlegenden Bedürfnisse älterer Menschen sind uns daher sehr wichtig: Erhaltung der größtmöglichen Selbständigkeit und Selbstbestimmung, - Möglichkeiten schaffen, eigene Interessen wahrzunehmen, - Möglichkeit, mitmenschliche Beziehungen leben zu können, - Erhaltung der Privatsphäre und Berücksichtigung des Ruhe- und Rückzugsbedürfnisses, - Möglichkeit, sinnvolle Tätigkeiten ausüben zu können, - Möglichkeit, am kulturellen Leben teilhaben zu können, sowie - Möglichkeit, sich weiterbilden zu können. Die Konzipierung und Bereitstellung geeigneter Angebote für ältere Menschen aber auch für jüngere Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung, stellen für jedes Heim eine große Herausforderung dar. So sind beispielsweise die baulichen und räumlichen Voraussetzungen der Wohneinrichtungen für die Betreuung älterer aber auch pflegebedürftiger Menschen sehr wichtig. Vor allem braucht es auch Räume, die soziale und kommunikative Aktivitäten ermöglichen.

In unserem Leitbild steht: Wir stellen unsere BewohnerInnen in den Mittelpunkt und richten unsere Dienstleistungen nach seinen/ihren Anliegen, Fähigkeiten und Bedürfnissen. Wir begleiten sie in allen Lebenssituationen und bieten ihnen dabei die nötig Assistenz. Dabei werden sie nach dem Grad ihrer Bedürftigkeit gepflegt und betreut.

Christoph Neurauter, 13. März 2019

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